Frauenärztinnen Neckargemünd
Ruth Kässinger und Elke Gehrig

Wechseljahre

Schon das Wort beschreibt den Zustand ganz deutlich: im Körper geht ein Wechsel vor sich. Der zweite im Frauenleben. Der erste fand statt, als aus dem Mädchen eine Frau wurde, als die Eierstöcke anfingen, Hormone zu produzieren. Wenn die Wechseljahre beginnen, kommt die hormonelle Aktivität der Eierstöcke allmählich zur Ruhe und dies hat Auswirkungen auf verschiedene Organe und Organsysteme. Bevor diese hier kurz beschrieben werden, eine wichtige Mitteilung vorab:

Ein Drittel aller wechseljährigen Frauen hat keine Beschwerden , ein Drittel hat wenige Beschwerden und nur bei einem Drittel sind diese behandlungsbedürftig. Wechseljahre bedeuten also nicht automatisch Probleme und fehlendes Wohlbefinden.

Was sind denn nun die Symptome, die durch das Ausbleiben der Hormonproduktion auftreten können:

Auf der körperliche Ebene sind es Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, unregelmäßige Blutungen, Ausbleiben der Blutung, Herzklopfen, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, trockene Schleimhäute, Blasenschwäche, nachlassende Elastizität der Haut, Osteoporose.

Mitunter treten auch seelische Probleme auf, die durch die soziale Situation der Frau ausgelöst und verstärkt werden können: Angstzustände, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen. Besonders häufig klagen Frauen in dieser Zeit über Schlafstörungen.

Die Zeit der Wechseljahre ist für alle Frauen auch eine Phase der Neuorientierung, viele Pläne sind verwirklicht, einige aufgegeben, neue kommen hinzu. Die Kinder werden erwachsen und gehen aus dem Haus, das Leben verläuft in ruhigeren Bahnen, manchmal kommt sogar Langeweile auf.

Jetzt kommt es darauf an, hinzuschauen, was man mit der frei gewordenen Zeit machen möchte, es gibt so viele Dinge, an die man lange gedacht hat, die aber aus Zeitmangel immer zu kurz kamen. Viele Frauen fangen an, regelmäßig und mit Freude Sport zu treiben, entdecken ihre Reiselust oder andere Hobbys für sich.

Wichtig ist in dieser Phase, dass man nicht den Dingen hinterher trauert, die sich verändert haben, sondern schaut, was jetzt wieder möglich ist. Und darin sehe ich meine Aufgabe, Frauen in den Wechseljahren nicht nur medikamentös zu versorgen sondern sie umfassend zu beraten und zu betreuen.

So ist das Leben: wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik liegt darin, dass wir nach der geschlossenen Tür blicken, nicht nach der geöffneten“
(André Gide, franz. Schriftsteller)

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